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Jeder hat sicher schon einmal von Hippokrates - dem Vater der
Medizin - und dem Eid der Ärzte gehört. Hierzu für Interessierte nun einige
vertiefende Erläuterungen: Das Wirken von Hippokrates auf Kos fällt etwa
in die Zeit 460-377 v. Chr.
Wenn man heute Asklepeio sagt, versteht man darunter ein heiliges
Krankenhaus, in dem die Methoden des Asklepes zur Therapie der Kranken
angewendet wurden. Das Asklepeio von Kos war wahrscheinlich das Beste und
Berühmteste seiner Zeit. Viele Medizinschüler und Kranke aus der ganzen
Welt besuchten es. Es liegt an einem Ort mit sehr schöner Aussicht, in
einer Höhe von 100 Metern. Das Asklepeio ist umgeben vom Grün eines Wäldchens,
das dem Zypressengott Apollon gewidmet war und für heilig gehalten wurde.
Das Asklepeio liegt ca. 3 Kilometer außerhalb der lnselhauptstadt Kos.
Als Spross einer alteingesessenen
Arztfamilie aus Kos praktizierte Hippokrates im Asklepeion und gründete seine
eigene Schule, mit der er die medizinische Wissenschaft in den Dienst der
Menschheit stellte.
Auf seinen vielen Reisen studierte er eingehend die
jeweilige natürliche Umwelt, die Gewohnheiten und die Lebensweise der
Einwohner sowie die verschiedenen Krankheiten und deren Therapiemöglichkeiten
und verfasste darüber hinaus zahlreiche Abhandlungen. Das wohl bekannteste
seiner Werke ist der sogen. Hippokratische Eid, den auch heute noch die Ärzte
in aller Welt ablegen, ein Meisterwerk von moralischer Größe, das die
grundlegenden Prinzipien des ärztlichen Berufsethos formuliert und die
ewig gültigen Ratschläge und Ermahnungen des weisen Lehrers der
Heilkunst an alle Menschen enthält.
In angenehmer Höhe an einem Hügel
liegt das altgriechische Sanatorium des bis heute anerkannten Arztes
Hippokrates in Asklepion.
Der Hippokratische Eid
"Ich schwöre und rufe Apollon den Arzt und Asklepios und Hygieia und
Panakeia und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen an, dass ich diesen Eid
und diesen Vertrag nach meiner Fähigkeit und nach meiner Einsicht erfüllen
werde. Ich werde den, der mich diese Kunst gelehrt hat, gleich meinen
Eltern achten, ihn an meinem Unterhalt teilnehmen lassen, ihm, wenn er in
Not gerät, von dem Meinigen abgeben, seine Nachkommen gleich meinen Brüdern
halten und sie diese Kunst lehren, wenn sie sie zu lernen verlangen, ohne
Entgelt und Vertrag. Und ich werde an Vorschriften, Vorlesungen und aller
übrigen Unterweisung meine Söhne und die meines Lehrers und die
vertraglich Verpflichteten und nach der ärztlichen Sitte vereidigten Schüler
teilnehmen lassen, sonst aber niemanden. Ärztliche Verordnungen werde ich
treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten
aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise
anzuwenden. Auch werde ich niemandem ein tödliches Mittel geben, auch
nicht, wenn ich darum gebeten werde, und werde auch niemanden dabei
beraten; auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben. Rein und
fromm werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren. Ich werde nicht
schneiden, sogar Steinleidende nicht, sondern werde das den Männern überlassen,
die dieses Handwerk ausüben. In alle Häuser, in die ich komme, werde ich
zum Nutzen der Kranken hineingehen, frei von jedem bewussten Unrecht und
jeder Übeltat, besonders von jedem geschlechtlichen Missbrauch an Frauen
und Männern, Freien und Sklaven. Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb
meiner Praxis im Umgang mit Menschen sehe und höre, das man nicht
weiterreden darf, werde ich verschweigen und als Geheimnis bewahren. Wenn
ich diesen Eid erfülle und nicht breche, so sei mir beschieden, in meinem
Leben und in meiner Kunst voranzukommen, indem ich Ansehen bei allen
Menschen für alle Zeit gewinne; wenn ich ihn aber übertrete und breche,
so geschehe mir das Gegenteil."
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