Blaue Reise

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Merlins

Transfer nach Marmaris und zurück nach Bodrum


       Globus-Homepage     Südliche Ägäis     Magic Life     Marmaris     Magic Life Yacht


Am Abend legten wir in Karacasögut an einem Landesteg an, an dem bereits andere Charterboote lagen. Zum ersten Mal auf dieser Reise sahen wir ein Strandrestaurant und dahinter gelegen einige Ferienhäuser und eine türkische Ansiedlung. Die Landschaft war grün und fruchtbar. Durch das Tal führte ein Bachlauf.

 

Auf den benachbarten Booten war viel "junges Volk", direkt neben uns lag ein Boot mit einer jungen französischen Gruppe, die abends eine Art Disco aufmachte und gute, fröhliche Stimmung verbreitete.

 

 

Am nächsten Tag - einen Tag vor der Rückkehr nach Bodrum - fuhren wir mittags von Karacasögut mit einem Dolmus, den der Kapitän besorgt hatte, über den Bergrücken der Halbinsel zur gegenüberliegenden Stadt Marmaris. Der Fahrpreis war so hoch, dass jeder sich dafür ein Taxi hätte nehmen können. Der Dolmusbesitzer fuhr noch schnell nach Hause zu seiner Frau und zeigte uns stolz sein Anwesen, das selbst bei uns in Deutschland  Neid erregt hätte.

 

Marmaris ist mit seinen 27.000 Einwohnern und ca. 1.000 Liegeplätzen für Schiffe ein Eldorado für Bootsliebhaber und sonstige Touristen. Der Bazar ist riesig und die Uferstraße ist endlos lang. Dabei war Marmaris noch vor 15 Jahren ein unbedeutendes Fischerdorf. Einige Fischerboote sehen wir hier:

 

 

 

 

Am letzten Tag an Bord fuhren wir nach Kara Ada. In einer kleinen Höhle, in die man vom Meer aus etwa hundert Meter hineinwaten kann, sprudeln warme Thermalquellen und mit etwas Glück findet man Schlamm, mit dem man sich einschmieren soll, damit sich die heilenden Kräfte entfalten. Das Ganze ist ein eher bescheidenes Erlebnis. Aber während wir dort anlegten, waren sicherlich fünf andere Boote ebenfalls dort.

Nachmittags erblickten wir von See aus wieder unseren Ausgangspunkt Bodrum. Es dauerte eine Weile, bis sich der Kapitän mit unserem Boot ein Plätzchen zum Anlegen zurecht gerückt hatte. Dann war die Reise zu Ende.

Manöverkritik

  • Für den Erfolg einer Blauen Reise ist nach meiner Überzeugung das Entscheidende, wie die Gäste zusammen passen. So konnten wir beobachten, dass auf den Booten jeweils sehr unterschiedliche Gruppierungen bestanden. Mal eher Paare, mal viele ausgelassene junge Leute und mal offensichtliche Singles, die aber nicht zu den Temperamentvollsten gehörten. Das ist bei einer Zusammensetzung nach dem Zufallsprinzip auch nicht anders zu erwarten.

  • Besser ist es, gleich eine Gruppe, selbst eine kleine, von zu Hause mitzubringen. Oder man hat Glück. In unserem Grüppchen waren die Gäste zwar nicht die Jüngsten, aber die Atmosphäre war stets locker und die Unterhaltung bei den Mahlzeiten war zeitweise ein richtiger Genuss, nicht zuletzt, weil einige Gäste gewachsenen Mutterwitz hatten und genügend Erfahrung für das Leben an Bord mitbrachten.

  • Das Schiff war ein in dieser Gegend üblicher, aus Holz gebauter Motorsegler von ca. 18 m Länge und geeignet für bis zu 12 Gäste. Zu den winzigen Zimmern gehört jeweils ein Minibad mit WC. Und zwar gab es ein Waschbecken mit Ablage und ein WC. Die Dusche bestand aus einem Schlauch, wie man ihn auch bei einer Küchenspüle kennt.  Nach dem Duschen war der Raum natürlich völlig nass, weil es keine Duschtasse gab. Aber das wäre auf einem Schiff auch ungewöhnlich. Auf Deck gab es eine Brause mit Süßwasser, was eigentlich völlig ausreichte.

  • Der Zustand des Schiffes war nicht unbedingt sehr gepflegt, aber es reichte.

  • Obwohl  es das für Juni typische gute Wetter mit Temperaturen über 32 Grad gab, konnte man in den Kabinen schlafen. Der kühle Wind auf See ließ die Kabinen nicht allzu heiß werden.

  • Auf dem Vordeck waren genügend und nagelneue Matratzen ausgelegt. Bei Bedarf wurde ein Sonnendach aufgezogen. Das Heck war sowieso überdacht. Dort aßen wir stets gemeinsam an einem langen Tisch.

  • Die Verpflegung wurde von der Frau des Kapitäns besorgt. Sie war unermüdlich mit der Zubereitung der Mahlzeiten beschäftigt. Es gab türkische "Hausmannskost" mit viel frischem Gemüse. Fisch war Mangelware, das Mittelmeer ist in dieser Gegend offenbar völlig leer gefischt. Weder mit der Angel, mit Reusen oder mit einem Netz stellte sich der erhoffte Erfolg ein.  Drei der Gäste waren wirklich nicht die schlanksten. Und es war manchmal regelrecht schmerzhaft zu sehen, wie sie unter den relativ kleinen, aber gesunden Portionen litten.

  • Die Nebenkosten für Getränke lagen recht hoch, aber das ist an Bord wohl immer so.

  • Würde ich eine Blaue Reise nochmals machen? Ja.

  • Denn wo gibt es noch völlig unberührte Natur, keine Straßen und Autos, keine Hotelblöcke an den schönsten Stellen der Landschaft. Statt dessen klare Luft, himmlische Ruhe, Schwimmen zu jeder Tageszeit, Türkiswasser und das sanfte Schaukeln des Schiffes.

 

Aber der Abend in Bodrum fing erst an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Bodrum