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Heuschrecken Jandia
Strand
Globusberichte
Alles halb so schlimm!
Wir befanden uns gegen Ende November 2004 im Süden von Fuerteventura, in der Region Jandia.
Die
tagesaktuelle Bildzeitung hatte bereits mit einer riesige n Heuschrecke auf
der ersten Seite groß aufgemacht und schockierte die Urlauberwelt.
Verdutzt rieben wir uns die Augen und gingen auf die Suche nach dieser
Bedrohung durch eine afrikanische Heuschreckenplage. Erst am Strand fanden
wir an der oberen Flutkante im Sand einige rote Teile, die auf den ersten
Blick wie Garnelen aussahen.
Tatsächlich
waren es Heuschrecken, die den 100 km langen Flug zur Insel geschafft
hatten: Aber offensichtlich nicht ganz, sonst wären sie nicht kurz davor
wegen Erschöpfung abgestürzt und im Meer gelandet.

An
einigen Stellen hatte die Flut einige Tiere mehr angespült, so dass das
unten gezeigte Bild gemacht werden konnte. Aber mehr auch nicht.
Eine
einzige fliegende Heuschrecke konnten wir an dem langgezogenen Strand (6
km) zwischen Esquinzo und Jandia ausmachen. Und die war so erschöpft,
dass sie nach jeweils 10 m wieder ausruhen musste.

Höchst
erfreut zeigten sich die Erdmännchen, die in den Felsen hinterm Strand
leben, über die ungewöhnlichen Leckerbissen.


Und
was sagte die Presse?
Heuschreckenplage auf den Kanaren
Gute Miene zum bösen Schwarm: Von Afrika kommend haben sie sich über die Inseln ausgebreitet. "Die Heuschrecken, die auf die Kanaren gelangten, waren nicht so gefräßig wie die in Mauretanien, Marokko oder in der Westsahara", sagte Antonio Ortega vom kanarischen Agrarministerium. "Sie waren von der langen Reise über den Atlantik einfach zu geschwächt."
30.11.2004
Heuschreckenplage auf den Kanaren
Kein schöner Anblick am Strand. Wie ein kilometerlanger Teppich haben sich die Tiere - hier Kadaver toter Insekten - am Strand von Corralejo im Norden Fuerteventuras verteilt. An manchen Stränden von Lanzarote wurden nach Angaben des Agrarministeriums pro Meter Brandungslinie zwei Kilogramm Insekten aufgelesen.
30.11.2004
Auf den kanarischen Inseln sind immer noch zehn Millionen Wanderheuschrecken. Die Zahl der Insekten nehme jedoch langsam ab, sagte Antonio Ortega vom regionalen Landwirtschafsministerium. Die Heuschrecken stürben, weil sie nicht genügend zu essen fänden und erschöpft von ihrer Reise seien. Teile der Schwärme seien auch vom Wind wieder von den Inseln weg getrieben worden. In spätestens drei Wochen sei die Plage vorbei, sagte Ortega weiter.
Durch Wind und Regen waren in den vergangenen Tagen Millionen Heuschrecken aus Afrika auf den Kanaren gelandet. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums machten sich die Schwärme über rund ein Prozent der Felder und Plantagen her. Der
Tourismus auf den Urlaubsinseln sei durch die Heuschrecken nicht beeinträchtigt worden. Die Insekten ließen die Menschen in Ruhe und an den Stränden seien sie kaum zu sehen gewesen, sagte Ortega weiter.
Zuletzt hatte es 1950 eine Heuschreckeninvasion auf den Kanaren gegeben. In mehreren nordafrikanischen Ländern richteten die Wanderheuschrecken dieses Jahr schwere Ernteschäden an.
Wer sich für Heuschrecken und
die Heuschreckenplagen interessiert, kann sich hier schlau machen:
Heuschrecken
Mitte Dezember 2004 in Nordafrika:
Die
im Abstand von 2 bis 4 Wochen aktualisierten Karten von der Food
and Agriculture Organization (FAO) of the United Nations, Rome, Italy
zeigen das aktuelle Vorkommen von Heuschrecken in Nordafrika.
Zur aktuellen Heuschreckenplage in Afrika:
Heuschrecken auf dem Vormarsch (SAT1 - Planetopia, 05.12.04)
Heuschrecken gelangen bis nach Portugal (SZOn, 01.12.04)
Heuschreckenplage erreicht die Kanaren (ZDF, 28.11.04)
Heuschrecken befallen den Westen Zyperns (nachrichten.ch, 02.11.04)
Rückkehr der Allesfresser (FAZ, 20.10.04)
Bilder der Heuschreckenplage 2004 (FAO)
Einige deutschsprachige Links:
Aktuelle Heuschrecken-News (Yahoo)
Grillen und Heuschrecken
Wanderheuschrecken (TU München)
Wenn die Masse zur Bedrohung wird (geoscience)
Schreckenseite von S. Pfeiffer
Weissstörche folgen Wanderheuschrecken
Heuschreckenseite von Hans-Jürgen Martin
Deutsche Gesellschaft für Orthopterologie e.V. (DGfO)
Heuschreckenlinks der DGfO
Arbeitskreis Heuschrecken NRW
Stichwort: Wanderheuschrecke (Uni Bremen)
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