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Auf dem Wege von Hersonissos über Mohos und Kera in die
Lasithi-Hochebene wird man auf dem Gebirgskamm in luftiger Höhe von
dieser Figur empfangen. Von hier aus bietet sich ein Atem
beraubender Blick auf die Nordküste von Kreta.
Reizvolle Bergdörfer
Kreta ist am ursprünglichsten in den Bergdörfern. Bauern reiten
auf Maultieren und Eseln zu ihren Feldern. Sie plagen sich ohne
technische Hilfsmittel in den Weinbergen ab, Hirten ziehen mit
ihren Ziegen- und Schafherden über kahle Hänge. Der Fremde, der
durch die engen Gassen der Bergdörfer zieht, wird noch
freundlich gegrüßt.
Wer Ruhe sucht, findet sie in den Bergen. Unterwegs lernt man
ganz andere Kreter kennen als in den Urlaubsorten. Immerhin
leben noch fast zwei Drittel aller Kreter von der
Landwirtschaft. Oliven und Trauben stehen an erster Stelle der
Agrarproduktion. Die Oliven decken gerade den Eigenbedarf und
den der Feriengäste. Wein, Tafeltrauben und Sultaninen werden
exportiert. Manchmal erblickt man große Bananenplantagen. In der
Lasithi-Hochebene leben die Bauern überwiegend vom Obst- und
Kartoffelanbau.
Die Menschen
Die raue Landschaft der Insel hat den Charakter ihrer Bewohner
geprägt. Den Kretern wird ein unbändiger Stolz nachgesagt. Man
wird nicht wie in der Türkei ständig zum Kaufen angemacht. Wenn
wir in einem Geschäft sagten, wir kommen später noch einmal
wieder, war der Ladenbesitzer zu stolz, um uns jetzt zu
überreden. Aber um so herzlicher war er dann, wenn wir
tatsächlich kamen, um seine Ware zu kaufen.
Ihr Stolz hat die Kreter bis in die heutige Zeit immer wieder
veranlasst, sich gegen fremde Eroberung zur Wehr zu setzen. Die
unwegsame Berglandschaft hat ihnen den Widerstand erleichtert.
So haben sich die Kreter regelmäßig bei Bedrohungen in die
Lasithi-Hochebene geflüchtet. Wer einmal dort hochgefahren ist,
kann gut verstehen, dass der Feind keine Lust hatte, den Kretern
dorthin zu folgen. |