Troja, Türkei




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Unsere Reise führt uns von Istanbul in das 350 km entfernte Canakkale. Es liegt auf der asiatischen Seite der Dardanellen, die sich an dieser Stelle auf nur 1,3 km verengen. Eine Fähre verbindet hier Europa mit Asien. 

Die Dardanellen bzw. der Hellespont hatten schon immer eine strategische Bedeutung. Hier ließen sich die Schiffe, die zwischen dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer verkehrten, leicht kontrollieren.

30 km von Canakkale entfernt, erreichen wir das antike Troja. Troja liegt strategisch günstig an der Stelle, an der die Dardanellen in die Ägäis münden.

Im Osten wurde Troja durch das Yida-Gebirge geschützt. Von dort versorgte der Skamander-Fluss die Ebene mit Wasser, so dass Troja in einer wassereichen und fruchtbaren Ebene lag. Außerdem wurden im Yida-Gebirge auch Mineralien und Erze gefunden, so dass alles zusammen Troja eine autonome Versorgung mit allem Lebensnotwendigen garantierte. Troja stieg so zu einer wehrhaften Handelsmetropole auf, deren Anfänge bis zurück in die Übergänge von der Steinzeit zur Bronzezeit zurückreichen.

Das trojanische Pferd - Nachbildung für Touristen Burgmauer
Teil einer herunter gefallenen Decke Oberer Teil einer Burgmauer aus Ziegelsteinen
Eine stets gut gelaunte Reiseführerin Troja im Schneesturm


Berühmt wurde Troja durch den Dichter Homer (ca. 750 v. Chr.), der in seiner Ilias den Trojanischen Krieg ausführlich beschrieben hat. Heute wird die Geschichte von Paris, Priamos, Agamemnon und Helena weitgehend vergessen sein. Immerhin kennt die Welt noch Trojaner. Nämlich als unerwünschte Trojanische Pferde im Computer, die von außen eingeschleust werden und heimlich ihre unheilvolle Arbeit entfalten.

Bekannt wurde Troja aber auch durch Heinrich Schliemann, der sich 1873 aufgrund der genauen Angaben bei Homer auf den Weg machte, um Troja zu entdecken. Er fand hier den berühmten "Schatz des Priamos", der aus goldenen, silbernen und bronzenen Gefäßen, Bechern, königlichen Beilen aus Nephrit, Gegenstände aus Lapislazuli und Bergkristall, auch Vasen und dem Schmuck in Form von Diademen, Ringen, Armreifen, Bändern und Ohrringen bestand. 

Er schenkte diese Funde dem Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin. Dieser "Schatz des Priamos" war nach dem Krieg lange Zeit verschwunden und tauchte erst vor einigen Jahren, für die Öffentlichkeit wieder zugänglich, in Russland auf, wo er sich bis heute befindet. 

Der Ausgrabungshügel liegt am Rande der Ebene von Skamandros (heute "Küçük Menderes). Die Dardanellen sind recht weit entfernt. So ist es schwer vorstellbar, warum Schliemann ausgerechnet hier gegraben hat. Er fand den Goldschatz in der 2. Schicht (2600 - 2300 v. Chr.) bei Ausgrabungen an der Burgmauer. Man erkannte, dass der Eingang zur Stadt Troja immer wieder einmal verlegt wurde. 

Als der Eingang an der Südwestecke der Stadt lag, war das Tor gerade so breit, dass ein Einzelner durchpasste, aber nicht zwei Leute gleichzeitig. Das Tor war genaugenommen ein gemauerter Tunnel. Mehrere Meter musste man durch diesen engen Schlauch. In diesem Tunnel wurde auch das Gold eingemauert, das bald viertausend Jahre später als „Schatz des Priamos“ von Heinrich Schliemann gefunden worden ist.

Als dann der Eingang an eine andere Stelle verlegt worden ist, wurden Teile des Tunnels abgetragen, andere zugemauert. Dass man nicht schon damals bei den Umbauarbeiten diesen Schatz entdeckt hatte, war eine Frage von wenigen Zentimetern. Hätte man eine Steinreihe mehr abgetragen, hätte man ihn gefunden. 





Wenige Tage, bevor eine dreijährige Ausgrabungskampagne zu Ende gehen sollte, soll Heinrich Schliemann eines Morgens mit seiner griechischen Frau Sophia den besagten Schatz in einer Mauernische entdeckt haben.

Er bezeichnete ihn als einen Depotfund, welcher ursprünglich in einer Truhe war. Das Behältnis sei bei dem Brand der Stadt verbrannt. Aber Schliemann fand noch den Schlüssel der Truhe.

Der Ausgräber hatte mit der türkischen Regierung ein Abkommen geschlossen, wonach die Fundgegenstände zwischen dem Finder und dem Osmanischen Reich hälftig geteilt werden sollen.

Doch Schliemann setzte sich über diesen Vertrag hinweg. Er ließ den Fund durch treue Diener zur Küste bringen und heimlich in nächtlicher Fahrt über die Ägäis nach Athen bringen. Dort versteckte Schliemann den Schatz in seiner Wohnung.



 

Erst nachdem Schliemann den Schatz außer Landes gebracht hatte, teilte er der ganzen Welt mit, was er in seinem Troja gefunden hatte. Als augenfälligen Beweis ließ er seine Frau mit dem Goldschmuck behängen und so photographieren (Abbildung).

 

An das glänzende Ilion Homers erinnern keine Prachtbauten. Die Mauer- und Torruinen zeugen aber von einer bedeutenden Stadt, deren Macht die Archäer erst in langem Ringen brechen konnten. Beginnt man mit der Südmauer, liegen davor Reste eines römischen Theaters, dahinter das Dardanische Tor. Hinter dem Osttor liegt der Ostturm, in dem sich eine Felsenquelle befindet. Hinter dem Turm führt eine Treppe zu einem Plateau hinauf, auf dem einst der Tempel der Athena stand.



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Fotos: © 2006 Merlins